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Blüten

29.06.2023
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Nachrichten
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Medizin

1. Einführung die in die Welt der Cannabisblüten

Die Blüten der weiblichen Cannabispflanze, ein Mitglied der Hanffamilie, werden als Cannabisblüten bezeichnet. Cannabisblüten können nur dann als medizinisches Cannabis oder medizinisches Marihuana verwendet werden, wenn die Pflanze aus streng kontrolliertem Anbau stammt, der eine GMP-Lizensierung (Good Manufactoring Practice) besitzt. Das bedeutet, dass der Anbau den höchstmöglichen Qualitätsstandards entsprechen muss.

Medizinisches Cannabis bietet eine Vielzahl von potenziellen Anwendungen, die je nach spezifischer Cannabissorte (wie beispielsweise Haze-Sorten) variieren können. Die einzigartige Wirkung jeder Sorte wird durch ihr individuelles Cannabinoid-Profil bestimmt. Es gibt ungefähr 85 psychoaktive und therapeutisch relevante Cannabinoide, wobei Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) als die bedeutendsten gelten. Andere Cannabinoide können jedoch auch zum Gesamteffekt beitragen.

Die Angabe der spezifischen THC- und CBD-Werte ist für die Anbieter der Produkte verbindlich. Für die präzise Bestimmung der Cannabinoid-Gehalte in medizinischen Cannabisblüten und -Granulaten, die aus diesen Blüten hergestellt wurden, ist eine strenge Überwachung des Anbaus und der Qualität der Pflanzen erforderlich. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass Cannabisblüten ein natürliches Produkt sind. Daher kann die Konzentration der Inhaltsstoffe aufgrund der genetischen Eigenschaften der Mutterpflanze variieren, was wiederum Auswirkungen auf die Effektivität von Produkten wie Cannabisöl haben kann. Aus diesem Grund ist es ratsam Produkte zu meiden deren Qualität nicht sichergestellt werden kann. Um konstante CBD-Wirkung zu erhalten (zum Beispiel bei einer dauerhaften Schmerztherapie) müssen die Produkte höchsten Standards entsprechen.

Durch den Einsatz von strengen Produktions- und Qualitätskontrollverfahren, wie der Good Manufacturing Practice (GMP)-Zertifizierung, können sich Patienten und medizinisches Fachpersonal auf die Sicherheit und Effektivität von medizinischem Cannabis verlassen. Mit der wachsenden Akzeptanz und dem verstärkten Fokus auf evidenzbasierte Forschung dürfte die Rolle von medizinischem Cannabis in der modernen Gesundheitsversorgung weiter zunehmen.

2. Sativa, Indica und die Hybride – Wo ist der Unterschied?

Wer sich für die Anwendung von medizinischem Cannabis interessiert, sollte sich bewusst sein, dass es genetische Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten gibt. Man kann sie grob in drei Kategorien einteilen:

  1. Cannabisblüten von Sativa-Pflanzen,
  2. Indica-Pflanzen und
  3. Hybridpflanzen, die eine Kreuzung der beiden sind.

Sativa-Pflanzen neigen dazu, größer und weniger kompakt zu wachsen als ihre Indica-Gegenstücke. Sie zeichnen sich durch einen höheren THC-Gehalt in ihren Blüten aus, der entspannende Effekte hervorrufen und Kreativität sowie Konzentration fördern kann. Im Gegensatz dazu tendieren Indica-Pflanzen dazu, buschiger und dichter zu wachsen. Ihre Blüten enthalten mehr CBD, was vorteilhaft sein kann, wenn man entzündungshemmende und angstlösende Wirkungen erreichen möchte.

Als Faustregel kann man sagen, dass Sativa-Sorten eher auf den Geist wirken, während Indica-Sorten stärkere körperliche Effekte haben. Hybridpflanzen sind speziell gezüchtet, um die gewünschten Eigenschaften von Sativa und Indica zu vereinen und bestimmte THC- und CBD-Konzentrationen zu erreichen.

Zusammengefasst bietet die Vielfalt von Cannabisblüten verschiedener Pflanzen eine breite Palette potenzieller therapeutischer Anwendungen. Ein bewusstes Verständnis dieser Unterschiede kann dabei helfen, die Sorte auszuwählen, die am besten zu den individuellen Bedürfnissen und Behandlungszielen passt.

3. Welche Cannabinoide sind die relevantesten?

In einer einzigen Hanfpflanze finden sich über 60 unterschiedliche Cannabinoide, die als aktive Wirkstoffe des Cannabis fungieren. Die bekanntesten dieser Wirkstoffe sind Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), auch Dronabinol genannt.

CBD-Öl mit einem sehr geringem THC-Gehalt, ist auf herkömmlichem Weg in Apotheken verfügbar. Im Gegensatz dazu erfordert der Erwerb von THC-reichen Produkten und Cannabisblüten derzeit noch ein spezielles Betäubungsmittelrezept, welches von einem Arzt ausgestellt wird. Aufgrund seiner psychoaktiven Wirkung wird THC als bewusstseinsverändernde Substanz eingestuft, wodurch der Anbau von Cannabis zu Hause in Deutschland aktuell generell verboten ist. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an neuen Gesetzesentwürfen, die den Anbau im privaten Bereich sowie die Einstufung als Betäubungsmittel möglicherweise neu regeln.

Jenseits von CBD und THC beinhaltet Cannabis eine Vielzahl weiterer, weniger bekannter Cannabinoide, die ebenfalls potenziell positive Effekte auf den menschlichen Körper haben können. Diese Cannabinoide tragen zur reichen Vielfalt und therapeutischen Vielseitigkeit von Cannabis bei und unterstreichen die Bedeutung von weiterführender Forschung, um das volle medizinische Potenzial dieser bemerkenswerten Pflanze zu erschließen.

Die wichtigsten Cannabinoide im Überblick:

  • CBC (Cannabichromen)

    CBC soll im Zusammenhang mit THC die schmerzlindernde Wirkung verstärken. Relevante Forschung steht noch aus.

  • CBD (Cannabidiol)

    CBD, ist für seine beruhigenden, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bekannt. Es wird häufig zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Schmerzen eingesetzt, wie beispielsweise Kopfschmerzen.

  • CBDV (Cannabidvarin)

    CDBV wirkt nicht psychoaktiv, möglicherweise aber krampflösend. Die Wirkung ist bei Menschen noch nicht nachgewiesen.

  • CBDA (Cannabidiolsäure)

    Dieses Cannabinoid ist bisher kaum untersucht, soll aber eine entzündungshemmende Wirkung haben

  • CBG (Cannabigerol)

    CBG ist ebenfalls nicht durch wissenschaftliche

  • CBN (Cannabinol)

  • THC (Dronabinol / Tetrahydrocannbinol)

  • THCA (Tetrahydrocannabinolsäure)

  • THCV (Tetrahydrocannabivarin)

4. Welche Cannabisblüten gibt es und wie kann ich Sie unterscheiden?

Gorilla Glue, Hindu Kush, White Widow, Amnesia Haze, Pure Haze oder Super Lemon Haze – diese kreativen Namen sind oft die ersten Berührungspunkte für Kunden, die sich auf dem Markt für Cannabisblüten umsehen. Anbieter versuchen so, Ihre Produkte am Markt bekannt zu machen und ein Alleinstellungsmerkmal sowie einen Wiedererkennungswert herzustellen.

Um eine Orientierung über alle Marken und Sorten sollte zuerst ein Blick auf den THC und den CBD-Gehalt geworfen werden

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Gehalt an THC und CBD selbst innerhalb derselben Pflanze variieren kann. Auch spielen weitere Inhaltsstoffe und Parameter eine Rolle. Dies zeigt, wie komplex die Cannabischemie ist und dass die Wirkung einer bestimmten Sorte von vielen Faktoren abhängen kann, einschließlich der spezifischen Balance von Cannabinoiden und Terpenen.

5. Wie hängen Cannabinoide und Terpene zusammen?

Die Effektivität und Verträglichkeit von Cannabis hängt nicht ausschließlich von der Konzentration der Cannabinoide ab, sondern auch von den enthaltenen Terpenen. Terpene sind flüchtige organische Verbindungen, die in einer Vielzahl von Pflanzen vorkommen. Sie beeinflussen maßgeblich die Geschmacksrichtung der Blüten.

Im Cannabis gibt es eine Vielzahl identifizierte Terpene. Einige der häufigsten sind Myrcen, Limonen, Caryophyllen, Pinene und Linalool. Diese Terpene tragen nicht nur zum einzigartigen Geruch und Geschmack verschiedener Cannabissorten bei, sondern können auch unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper und den Geist haben.

Es wird angenommen, dass Terpene in Kombination mit Cannabinoiden (wie THC und CBD) einen sogenannten "Entourage-Effekt" erzeugen können. Dies bedeutet, dass die kombinierte Wirkung dieser Verbindungen stärker ist, als wenn sie einzeln genommen werden. Zum Beispiel kann Limonen einen stimmungsaufhellenden Effekt haben, während Linalool beruhigend wirken kann

  • Myrcen: Myrcen ist das am häufigsten vorkommende Terpen in Cannabis. Es ist auch in Mangos, Thymian, Zitronengras und Hopfen zu finden. Es hat möglicherweise beruhigende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Myrcen könnte möglicherweise die Durchlässigkeit der Zellmembran erhöhen und so die Aufnahme von Cannabinoiden verbessern.
  • Limonen: Hat ein zitrusartiges Aroma und ist auch in Zitronen, Orangen und anderen Zitrusfrüchten zu finden. Es kann möglicherweise stimmungsaufhellende und stresslindernde Wirkungen haben. Es könnte auch antimikrobielle Eigenschaften haben.
  • Caryophyllen: Caryophyllen hat einen pfefferartigen, würzigen Duft und ist auch in schwarzem Pfeffer und Nelken zu finden. Es ist das einzige bekannte Terpen, das direkt an die Cannabinoid-Rezeptoren im Körper binden kann, insbesondere an den CB2-Rezeptor, der nicht psychoaktiv ist. Dies könnte zu seinen möglichen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkungen beitragen.
  • Pinene: Wie der Name schon sagt, hat Pinene einen Kiefernduft und ist auch in vielen Arten von Kiefern zu finden. Es könnte möglicherweise entzündungshemmende Eigenschaften haben und kann auch dazu beitragen, die Auswirkungen von THC auf das Gedächtnis zu reduzieren.
  • Linalool: Linalool hat einen floralen Duft und ist auch in Lavendel zu finden. Es könnte möglicherweise entspannende und beruhigende Wirkungen haben. Linalool könnte auch entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften haben.
  • Humulene: Humulene findet man auch in Hopfen und Koriander und hat einen erdigen, holzigen Duft. Es kann entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften haben und könnte möglicherweise den Appetit unterdrücken, im Gegensatz zu einigen Cannabinoiden, die als Appetitanreger wirken können.
  • Terpinolen: Terpinolen hat einen blumigen, leicht zitrusartigen Duft und ist auch in vielen Blumen und Zitrusfrüchten zu finden. Es könnte potenziell beruhigende Wirkungen haben und ist auch für seine möglichen antimikrobiellen Eigenschaften bekannt.
  • Ocimene: Ocimene hat einen süßen, herb-würzigen Duft und ist in Minze, Petersilie und Orchideen zu finden. Es wird oft in Parfümen verwendet. Ocimene könnte antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften haben.
  • Terpinen: Terpinen ist in Kardamom und Kümmel zu finden und hat einen frischen, kräuterartigen Duft. Es könnte antimikrobielle und antioxidative Eigenschaften haben.
  • Bisabolol: Bisabolol hat einen süßen, floralen Duft und ist auch in der Kamille zu finden. Es könnte entzündungshemmende, antimikrobielle und hautberuhigende Eigenschaften haben.

6. Welche Rolle spielen Flavonoide?

Flavonoide sind eine Kategorie von sekundären Pflanzenstoffen, die ausschließlich in Pflanzen vorkommen und zur Gruppe der Polyphenole gehören. Sie stellen neben Cannabinoiden und Terpenen die dritte wichtige Klasse von Wirkstoffen in Cannabis dar. Flavonoide tragen wesentlich zum charakteristischen Geruch und Geschmack der Cannabispflanze bei. Ihr volles Potenzial entfalten sie insbesondere in Vollspektrum-Ölen durch den sogenannten Entourage-Effekt, bei dem die verschiedenen Pflanzenwirkstoffe synergistisch zusammenarbeiten und ihre jeweiligen Wirkungen verstärken.

Flavonoide haben eine Vielzahl von positiven Effekten auf die Gesundheit. Sie senken u.a. das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, regulieren den Blutdruck und beeinflussen das Immunsystem positiv.

  • Quercetin: Quercetin ist eines der am häufigsten vorkommenden Flavonoide und hat starke antioxidative Eigenschaften, die zur Neutralisierung freier Radikale beitragen können. Es kann dabei helfen, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren und hat potenzielle Vorteile für die Herzgesundheit. Vorhanden in Äpfeln, roten Zwiebeln, dunklen Beeren und grünem Blattgemüse oder Kapern
  • Kaempferol: Kaempferol ist ein natürliches Flavonoid, das in vielen Früchten und Gemüsen vorkommt. Es ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften und könnte auch dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten wie Herzkrankheiten und Krebs zu senken. Vorhanden in Grünkohl, Bohnen, Tee, Spinat und Brokkoli
  • Apigenin: Apigenin findet sich in vielen Pflanzen und hat entzündungshemmende, antioxidative und möglicherweise sogar krebsbekämpfende Eigenschaften. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Apigenin die Gesundheit des Gehirns unterstützen und bei der Bekämpfung von Angstzuständen und Depressionen helfen könnte. Vorhanden in Kamille, Petersilie, Sellerie und Grapefruits.
  • Luteolin: Luteolin ist ein Flavonoid mit starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Es wird auch untersucht wegen seiner potenziellen Fähigkeit, neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson zu bekämpfen. Vorhanden in Sellerie, Petersilie, Thymian, Pfefferminze, Olivenöl und Brokkoli.
  • Catechin: Catechine sind eine Art von Flavonoid, die am häufigsten in Tees und Kakao gefunden werden. Sie haben starke antioxidative Eigenschaften und können dazu beitragen, das Risiko für Herzkrankheiten und bestimmte Arten von Krebs zu senken. Vorhanden in grünem und schwarzem Tee, aber auch in dunkler Schokolade, Beeren und Äpfeln.

7. Cannabisblüten-Konsum. Wie kann ich Cannabis zu mir nehmen?

Es gibt diverse Methoden für den Konsum von Cannabisblüten. Traditionell werden diese Blüten entweder geraucht oder in einem Vaporizer erhitzt. Zudem können sie zu ess- oder trinkbaren Produkten verarbeitet werden oder in Hautpflegeprodukten eingesetzt werden. Die Art der Verabreichung beeinflusst die Verarbeitung der Cannabinoide im Körper und somit auch deren Wirkung. Während eine CBD-Creme keinen berauschenden Effekt hat, kann das Rauchen von Cannabisblüten mit hohem THC-Gehalt das Bewusstsein merklich verändern.

Für die Anwendung auf der Haut sind spezielle Cannabis-Cremes oder -Salben erhältlich. Hochdosierte Cannabis-Öle werden hingegen unter die Zunge getropft und von den Mundschleimhäuten aufgenommen. Wer sich dazu entscheidet, Cannabisblüten zu erwerben und direkt zu konsumieren, hat als Alternative zum Rauchen auch die Möglichkeit, daraus einen Tee zu zubereiten.

Die direkte Verwendung von rohen Cannabisblüten für die Zubereitung von "Haschbrownies" ist jedoch nicht empfehlenswert. Das Mischen von rohen Blüten in Teig wäre ebenso wirkungslos wie der Versuch, sich durch den Konsum von Mineralwasser zu berauschen. Der Grund dafür ist, dass THC in den Blüten als THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) und CBD als CBDA (Cannabidiolsäure) vorkommen. Diese Säuren müssen erhitzt werden, um in die psychoaktiven Formen THC und CBD umgewandelt zu werden. Cannabisblüten können ihre volle Wirkung in gebackenen Produkten nur entfalten, wenn das THC zuvor decarboxyliert oder extrahiert wird. Eine andere Option wäre die Verwendung von Cannabis-Butter beim Backen. Die Herstellung einer Mischung aus Wasser, Butter und Marihuana erfordert allerdings mehr Fähigkeiten als das Aufbrühen eines Tees.

Für die Zubereitung eines wirksamen Cannabis-Tees sollten die Blüten entweder eine halbe Stunde lang in siedendem Wasser köcheln oder bei etwa 140 Grad für zehn Minuten im Backofen erhitzt werden, bevor sie mit heißem Wasser aufgegossen werden. Durch diesen Prozess werden THCA und CBDA in die gewünschten aktiven Formen THC und CBD umgewandelt.

Hanföl ist für die Zubereitung berauschender Produkte ungeeignet. Es wird aus Hanfsamen extrahiert und enthält keine Cannabinoide. Hanföl ist rein als Speiseöl gedacht.

Klassischer Konsum über die Atemwege:

Die am weitesten verbreitete Konsum-Art ist nach wie vor der Joint. Doch immer mehr Konsumenten nutzen für Cannabisblüten Vaporizer, eine Art E-Zigarette, die die Blüten kontrolliert verdampft. Der Dampf wird dann inhaliert.

Vaporizer oder Joint – was ist besser? Oder was ist gesünder? Viel spricht für den Vaporizer, wenig für den Joint – außer der Kiffer-Folklore. Beim Joint wird dem Gras meistens Tabak beigemischt. Damit kommen Giftstoffe wie Teer und Nikotin ins Spiel. Es gibt zwar inzwischen nikotinfreien Tabakersatz, aber das ist eher ein absolutes Nischenprodukt. Purpfeifen, bei denen auf Tabak verzichtet wird, haben wie Joints den Nachteil, dass das Cannabis bei etwa 600 Grad verbrannt wird. Dabei werden Inhaltsstoffe ungewollt zerstört.

Die relativ neuen Vaporizer kommen dagegen mit Temperaturen von unter 200 Grad aus. Beim Vaporisieren von Cannabis werden etwa 50 Prozent der Cannabinoide verdampft und inhaliert. Etwas zwei Drittel davon gelangen in den Blutkreislauf. Beim Joint schafft das nur rund ein Drittel der Wirkstoffe.

Fazit: Vaporizer haben eine effektivere Cannabis-Ausbeute und deutlich weniger toxische Inhaltsstoffe. Die verbesserte Wirkung belegt auch eine Studie der John Hopkins University. Einziger Nachteil von Vaporizern: Sie sind in der Anschaffung deutlich teurer als Blättchen.

8. Welcher Arzt verschreibt Cannabis und wie kann ich ein Rezept bekommen?

Jeder Arzt (ausgenommen sind nur Tierärzte und Zahnärzte) der berechtigt ist ein BTM-Rezept auszustellen, darf Cannabis verordnen. Auf dem Rezept müssen die Cannabisblüten exakt spezifiziert sein.

Nach der Verschreibung überprüft die Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt oder ob der Patient selbst für die Kosten der Cannabisblüten aufkommen muss. In der Regel wird eine Kostenübernahme nur dann gewährt, wenn der Patient als "austherapiert" gilt, d.h. andere Therapieoptionen bereits ausgeschöpft wurden.

Zusätzlich zu den natürlichen Cannabisblüten kann auch ein Cannabis-Extrakt verschrieben werden. Dies bietet eine orale Alternative zur Inhalation und ermöglicht eine sehr genaue Dosierung. Für THC-Extrakte, international auch als Dronabinol bekannt, ist ein Betäubungsmittel-Rezept erforderlich. Für Produkte ohne THC, wie CBD-Extrakte in Form von Öl, Liquid, Pulver oder Kapseln, reicht ein gewöhnliches Rezept vom Arzt aus, das in der Apotheke eingelöst werden kann.

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