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Cannabis bei neuropathischen Schmerzen

30.11.2023

Neuropathische Schmerzen, oft resultierend aus Nervenschäden oder seltenen Krankheiten, sind ein weit verbreitetes Problem. Sie äußern sich durch intensive Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln und weitere Beschwerden. Obwohl es keine Heilung gibt, existieren verschiedene Therapien, um die Symptome zu mildern, darunter auch der Einsatz von medizinischem Cannabis.

Ursachen neuropathischer Schmerzen sind vielfältig: Verletzungen, Infektionskrankheiten, Diabetes, Missbrauch von Drogen und Alkohol oder Nebenwirkungen von Chemotherapien. Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Fibromyalgie können ebenfalls Nervenschmerzen verursachen. Andere Faktoren wie Nervenkompression, Entzündungen oder Tumore sowie Stress können diese Schmerzen auslösen oder verschlimmern. Manchmal bleibt die Ursache unbekannt, was als idiopathische Neuropathie bezeichnet wird. Eine frühzeitige und gründliche Diagnose ist für eine effektive Behandlung entscheidend.

Die Diagnose neuropathischer Schmerzen erfolgt durch Anamnese, körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Der Arzt erfragt Symptome und mögliche Ursachen und prüft die betroffenen Nerven auf Anzeichen von Schäden. Zusätzlich können Röntgen, CT oder MRT zur genaueren Untersuchung eingesetzt werden. Die Behandlung richtet sich nach der identifizierten Ursache.

Das Endocannabinoidsystem (ECS) reguliert Körperfunktionen wie Schmerzwahrnehmung, Stimmung und Appetit. Bei Nervenschädigungen kann das ECS beeinträchtigt sein, was zu Schmerzen führt. Cannabinoide aus Cannabis, wie THC und CBD, können ähnliche Wirkungen wie körpereigene Endocannabinoide haben und somit bei der Schmerzlinderung helfen. Sie könnten auch bei der Behandlung neurologischer Erkrankungen nützlich sein.

Medizinisches Cannabis wird aufgrund seiner Wirkung auf das Gehirn oft bei chronischen Schmerzen verwendet. Obwohl es keine eindeutige Empfehlung für Cannabis als Erstlinientherapie gibt, belegen Studien seine Wirksamkeit bei der Schmerzlinderung. Dennoch wird der Einsatz von Cannabis in der Medizin weiterhin kontrovers diskutiert und bedarf weiterer Forschung. Insbesondere Kombinationspräparate aus THC und CBD scheinen effektiv und verträglich bei der Behandlung von Nervenschmerzen zu sein.

Zusammengefasst: Neuropathische Schmerzen bleiben eine medizinische Herausforderung. Medizinisches Cannabis, das das Endocannabinoidsystem beeinflusst, bietet eine vielversprechende Behandlungsoption. Sein Einsatz wird jedoch noch diskutiert und erfordert weitere Forschung, besonders hinsichtlich langfristiger Auswirkungen und Risiken. Kombinationspräparate aus THC und CBD zeigen besonders gute Ergebnisse bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen.

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